16.12.2025

Bergische Universität Wuppertal: Neue KI-Professur

Wie IDW-Online berichtet, verstärkt die Bergische Universität Wuppertal ihre Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz mit der Berufung von Sebastian Kassing auf eine Professur. Der neue Professor arbeitet an der Schnittstelle von moderner Wahrscheinlichkeitstheorie, der Theorie des maschinellen Lernens und der KI-Forschung. Ziel seiner Arbeit ist es, die mathematischen Grundlagen von KI-Systemen weiterzuentwickeln und deren Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu verbessern.

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Kassing befasst sich insbesondere mit der Frage, wie Entscheidungen und Ergebnisse datengetriebener Modelle transparent und vertrauenswürdig gestaltet werden können. In vielen Anwendungsfeldern erzielen KI-Systeme zwar hohe Leistungswerte, ihre Funktionsweise und die Sicherheit ihrer Vorhersagen bleiben jedoch häufig schwer erklärbar. Nach Kassings Einschätzung besteht hier ein zentraler Forschungsbedarf, um KI-Systeme verantwortungsvoll einsetzen zu können.

Im Mittelpunkt seiner Forschung steht die Quantifizierung von Unsicherheiten in maschinellen Lernverfahren. Dabei untersucht er unter anderem, wie zuverlässig Vorhersagen neuronaler Netze sind, wie sich Unsicherheiten mathematisch präzise erfassen lassen und wie diese Informationen verständlich dargestellt und in Entscheidungsprozesse integriert werden können. Darüber hinaus analysiert er, welche Trainingsmethoden und Modellarchitekturen besonders stabile und gut generalisierende KI-Systeme hervorbringen.

Zur Beantwortung dieser Fragestellungen kombiniert Kassing Methoden aus verschiedenen mathematischen Disziplinen, darunter Stochastik, Analysis, Geometrie und Optimierung. Durch diesen interdisziplinären Ansatz soll maschinelles Lernen aus einer rein empirischen „Black-Box“-Perspektive herausgeführt werden. Ziel ist es, eine fundierte mathematische Basis für erklärbare, robuste und verantwortungsvolle KI-Anwendungen zu schaffen. Die Forschungsergebnisse sollen in unterschiedlichen Bereichen Anwendung finden, unter anderem in der Medizin, in der Mobilität, in der Wirtschaft sowie in industriellen Prozessen.

Sebastian Kassing wechselt von der Technischen Universität Berlin nach Wuppertal. Dort leitete er zuletzt eine Nachwuchsgruppe mit dem Schwerpunkt Stochastische Analysis und quantitative Finanzmathematik. Zuvor war er unter anderem als Postdoktorand an der Universität Bielefeld tätig. Seine Promotion absolvierte der 30-jährige Wissenschaftler an der Universität Münster. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit stochastischer Approximation und deren Anwendungen im maschinellen Lernen.

Mit der Berufung von Professor Kassing baut die Bergische Universität Wuppertal nach Angaben von IDW-Online ihre Kompetenzen im Bereich der mathematischen Grundlagenforschung für Künstliche Intelligenz weiter aus und stärkt damit ihre Position im interdisziplinären KI-Forschungsumfeld.

Quelle: IDW Online